Hannes Egger, Project Terra, Vol. IV

 

Ein Projekt zwischen Przemysl (Polen), Val di Gresta (Italien), Verdun (Frankreich), Dolomiten (Italien) und Franzensfeste (Italien).

Zum vierten Mal seit 2014 wachsen heuer im Kartoffelacker der Franzensfeste Erdäpfel aus einem ehemaligen Kriegsgebiet.
Dieses Jahr hat sich der aus Lana stammende Künstler Hannes Egger für Kartoffeln aus dem Pustertal entschieden, um auf die Schicksale der Soldaten, welche in den Dolomiten  gefallen sind, aufmerksam zu machen.
Wie bereits in den drei Jahren zuvor schließt sich der Bogen dieses Projektes im Herbst, wenn in der Franzensfeste zur Erntezeit wieder frisch zubereitete Kartoffelsuppe angeboten wird. Das gemeinsame Mahl soll als Zeichen des Lebens verstanden werden, es soll jedoch auch ein Moment des Innehaltens und des sich-Besinnens sein.
Mit dem Kriegseintritt Italiens im Mai 1914 wurden die Dolomiten zur Front zwischen Österreich-Ungarn und Italien. Mit der Zwölften Isonzoschlacht am 24. und 27. Oktober 2017 gelang es den Mittelmächten zwischen Flitsch und Tolmein den Durchbruch an der Isonzofront zu erzwingen. Diese Kampfhandlungen hatten auch den Zusammenbruch der noch intakten italienischen Fronten im Fleimstal, in den Dolomiten sowie in den Julischen und Karnischen Alpen zur Folge. Die italienische Armee war somit zum Rückzug aus dem Friaul in die venezianische Tiefebene am Piave gezwungen.
Dieser geschichtsträchtige Ort in den Dolomiten beziehungsweise am Isonzo steht dieses Jahr im Fokus des 2014 angelaufenen Kunstprojektes von Hannes Egger, welches unter dem Titel Project Terra eine Dauer von insgesamt fünf Jahren beansprucht.
2014, anlässlich des Gedenkjahres zum Ersten Weltkrieg, hat der aus Lana stammende Künstler das Kunstprojekt Terra angedacht, welches sich mit dem Thema des Krieges und den damit verbundenen Schicksalen der Soldaten auseinandersetzt. Terra vereint mehrere Kriegsschauplätze an einem Ort und veranschaulicht somit auch das grenzenlose Leid mehrere Völker und Menschen.
Die Erde, in der die Kartoffeln nun wachsen sollen, stammt aus Galizien und wurde vor drei Jahren in die Franzensfeste gebracht, wo im Rahmen des Caritas Projektes „72 Stunden ohne Kompromiss“ mithilfe einer Jugendgruppe, ein Kartoffelacker angelegt wurde.