Geschichte

1797

Die „Armée d’Italie“ von Napoleon rückt durch das Eisacktal gegen Österreich vor.

1830

Nach Ausbruch einer neuen Revolution in Frankreich, beginnt Österreich mit der Befestigung seiner Südgrenze.

1833

Baubeginn der heutigen Festung unter Erzherzog Johann.
Nach den Plänen von Franz von Scholl wird nun eine funktionale Festung aus rund 20 Millionen Ziegeln und 250.000 Kubikmetern Granit gebaut. Die Franzensfeste ist in drei Forts unterteilt, jedes könnte sich selbst verteidigen. Jeder Eingang ist doppelt und dreifach gesichert, die Schießscharten kennen keine toten Winkel. Im Notfall wäre eine unterirdische Treppe mit 451 Stufen der Fluchtweg in die obere Festung. Er könnte von wenigen Soldaten verteidigt werden.

1838

Einweihung der Festung. Sie wird nach Kaiser Franz I. benannt, der die Fertigstellung dieses Bollwerkes nicht mehr miterlebt. Die Kosten des Baues belaufen sich auf rund 2,6 Millionen Gulden (400 Millionen Euro).

1845

Bau einer Kapelle. Die kleine Kirche im Innenhof der Festung zählt zu den ersten neugotischen Bauten in Tirol. Für die Wachmannschaft werden hier Messen gelesen.

1871

Vier Jahre nach der Brennerbahn wird 1871 auch die Linie durch das Pustertal gebaut. Auf Verlangen der Militärs führt sie mitten durch die Festung; zur Kontrolle für den Fall, dass Feinde sich der Bahn bemächtigen.

1882

Österreich, Italien und Deutschland gehen den Dreibund ein, mit dem sie sich gegenseitig Frieden versprechen. Die Festung wird zum Lager degradiert.

1919

Die Festung fällt kampflos an die italienische Armee.

1935

Bau eines Stausees am Fuß der Festung. In dem neuen See versinkt der Weiler Unterau, auch ein Teil der Festung wird geflutet.

1943

Benito Mussolini lässt 127,5 Tonnen Gold, die Reserven der Banca d’Italia von Rom nach Mailand bringen. Über seine im September 1943 ausgerufene Republik von Salò, ein Protektorat Hitlers, kommt das Gold in die Hände der deutschen Militärverwaltung, die es in der Franzensfeste einbunkert. 1944 verlassen drei Goldtransporte die Festung wieder. Von den insgesamt 79 Tonnen, die laut einigen Dokumenten nach Berlin gebracht wurden, verlieren sich die Spuren in den Wirren der letzten Kriegstage.

1945

Bei einem Luftangriff auf die Bahnlinie wird ein kleiner Teil der Festung zerstört.

2003

Das italienische Heer verlässt die Franzensfeste.