Bunker – die Welt dahinter

Eröffnung 2016

Der Bunker ist ein Ort, der keiner ist – dem Auge durch Tarnung möglichst entzogen, in die Erde gegraben oder mit Erde zugedeckt, dick in Beton gehüllt, als Rückzug und Hinterhalt zugleich gedacht, Ort der Verteidigung und des Angriffs. Bunker werden in Zeiten der Bedrohung gebaut, im Ernstfall bewaffnet und aufgerüstet, in Zeiten der Entwarnung stillgelegt oder anderen Zwecken zugeführt.

Die Ausstellung erzählt an einem einzigartigen historischen Verteidigungsfall, der nie eintraf, was Bunker sind, wie sie gebaut, gewartet und für den Ernstfall eingesetzt werden, welche Ängste und Strategien darin baulich verdichtet sind – und wie sie aus der Zeit fallen, wenn ihr Sinn abhandenkommt.

Im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges entstanden an den späteren Frontlinien Europas massive Verteidigungsgürtel mit Bunkeranlagen. Für Italien ließ Benito Mussolini von 1938 bis 1942 den Vallo Alpino (Alpenwall) als Schutz gegen das trotz Bündnis gefürchtete Deutschland errichten. Diese Bunker wurden nie benötigt. Trotzdem wurden viele auch nach dem Krieg noch fertig gestellt und, im Zuge des Kalten Krieges, gegen eine neue Bedrohung reaktiviert.

Nach dem „ersten Leben“ unter dem Faschismus und dem „zweiten Leben“ im Kalten Krieg beginnt damit das „dritte Leben“ der Bunkeranlagen in Südtirol – teils als Ausstellungsort wie der Schaubunker, teils als coole Event-Stätte.

Die Ausstellung Bunker – die Welt dahinter in der Franzensfeste erzählt vom Bau, von dramatischen und friedlichen Momenten der europäischen Geschichte, von der Bedrohlichkeit befürchteter Kriege. Sie führt durch die Welt der Bunkeranlagen, wie sie gedacht waren, wie sie von den Soldaten gewartet, gelebt und erfahren wurden. Im Zusammenspiel mit der Ausstellung ist die Besichtigung des nahen Schaubunkers möglich.

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