Academiae. Youth art biennale

1. Juli – 30. Oktober 2016

Am 1. Juli 2016 eröffnet in der Franzensfeste mit „Throwing Balls in the Air“ die erste Ausgabe von ACADEMIÆ: Die Kunstbiennale widmet sich dem Schaffen von Studierenden an internationalen Akademien, Kunsthochschulen und Kunstinstituten. Die erste Ausgabe wird von Christiane Rekade und Francesca Boenzi kuratiert und zeigt Arbeiten von 35 aufstrebenden Künstlerinnen und Künstlern, die in Zusammenarbeit mit 11 renommierten Professorinnen und Professoren von europäischen Kunstakademien ausgewählt wurden. ACADEMIÆ soll Raum für Begegnung unterschiedlichster Interessenansätze und Herangehensweisen jüngster zeitgenössischer Kunstproduktion schaffen. Die Ausstellung untersucht das Potenzial künstlerischer Ausbildung und Gemeinschaften im Hinblick auf Gesellschaftsmodelle, die sich an Interdisziplinarität, Offenheit und Mobilität orientieren. ACADEMIÆ will die Wichtigkeit und Dringlichkeit solcher Modelle für unsere Zeit hervorheben.

Der Titel der ersten Ausgabe „Throwing Balls in the Air“ bezieht sich auf eine Reihe von Arbeiten des amerikanischen Konzeptkünstlers John Baldessari (National City, California, 1931). Baldessari gilt u. a. als einer der wichtigsten und einflussreichsten Professoren der zeitgenössischen Kunst (u. a. waren Mike Kelley, Tony Oursler und Matt Mullican seine Studenten). Baldessaris Fotoserien wie etwa „Throwing Four Balls in the Air to Get a Straight Line“ (1972–1973) oder „Throwing Three Balls in the Air to Get an Equilateral Triangle“ (1972–1973) können als Kommentare zum künstlerischen Prozess gelesen werden, als ein permanenter Balanceakt, geprägt von Experimenten und Versuchen, die den Zufall sowie das Risiko des Scheiterns mit einbeziehen. Die Kunst des Bälle-in-die-Luft-Werfens und die Fertigkeit, sie mit Fantasie und Geschick oben zu halten – die Kunst des Jonglierens, kann schließlich auch als Metapher für die künstlerische Existenz stehen. So bezieht sich der Titel in weitesten Sinn auf die Möglichkeiten der Kunst und der KünstlerInnen, mit verschiedensten Mitteln und Elementen zu arbeiten und neue Perspektiven zu kreieren.

Die Franzensfeste, ursprünglich als militärische Abwehranlage an der österreichisch-deutschen Grenze gebaut, als solche aber nie genutzt, wandelt sich mit ACADEMIÆ von einem Ort der Abschirmung und Verteidigung zu einem Ort des offenen Dialoges und Zusammentreffens. Gerade in der aktuellen politischen Situation ist die Franzensfeste ideal, um die Bedeutung der Grenzen zu überdenken und sie nicht als Trennlinie, sondern als Ort des Austauschs und der kulturellen Bereicherung wahrzunehmen. ACADEMIÆ öffnet den jungen Künstlerinnen und Künstlern einen Ort für Begegnung, Diskurs und neue Ideen.

Die Arbeiten, die in den Räumlichkeiten der historischen Festung gezeigt werden, zeugen in ihrem Ansatz und ihrer Umsetzung von einer Komplexität, Energie und Vielseitigkeit der jüngsten zeitgenössischen Kunstproduktion.

„Throwing balls in the air“ bestätigt die Idee von Kunst als Verkörperung einer von Gegensätzen, Widersprüchen, Unberechenbarkeiten geprägten Wirklichkeit und das Bild einer Künstlergemeinschaft mit fließendem Profil, einer Gemeinschaft, die in Bewegung und unterwegs ist und in der Franzensfeste als einem der Etappenziele neben anderen weltweit aufeinander trifft.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der die Rolle der Kunstakademien und die Bedeutung der künstlerischen Bildung erörtert. Die AutorInnen gehen Fragen nach, die den Unterschied der künstlerischen Ausbildung zu den Lehren in anderen Disziplinen untersuchen und die Bedeutung der Kunst in der aktuellen Gegenwart darlegen. Die Publikation versammelt Beiträge der ACADEMIÆ-Kuratorinnen Christiane Rekade und Francesca Boenzi, der Kuratorin und Leiterin des Institutes für Kunst an der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW in Basel Chus Martinez sowie aller beteiligten ProfessorInnen und KünstlerInnen.

ACADEMIÆ 2016 wird vom Verein ArtintheAlps initiiert und organisiert. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Europaregion/Euregio Südtirol Trentino Tirol und wird von der Autonomen Region Trentino-Südtirol und der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol unterstützt.

 

Teilnehmende Akademien:
Hochschule für Gestaltung und Kunst, Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW Basel, CH / Prof. Alexandra Navratil
Universitatea de Arta si Design Cluj-Napoca, RO / Prof. Andrei Ciurdarescu
Staatliche Hochschule für Bildende Künste Städelschule Frankfurt am Main, DE / Prof. Judith Hopf
Royal College of Art London, UK / Prof. Ian Kiaer
École nationale supérieure des beaux-arts de Lyon, FR / Prof. Bernhard Rüdiger
Accademia di Belle Arti di Brera Milano, IT / Prof. Gianni Caravaggio
Akademie der Bildenden Künste München, DE / Prof. Olaf Nicolai
Kunsthøgskolen i Oslo, NO / Prof. Dora Garcia
Accademia Albertina di Belle Arti di Torino, Scuola di Scultura, IT / Prof. Mario Airò
Fakulta umění a designu, Univerzita Jan Evangelista, Ústí nad Labem, CZ / Prof. Jiří Kovanda
Akademie der bildenden Künste Wien, AT / Prof. Julian Göthe

Künstlerinnen und Künstler:
David Berweger, Giovanna Caliari, Karoline Dausien, Charlotte Braud Denamur, Jan Erbelding und Max Grau, Giovanni Gonnelli, iselinki, Tamara Janes, Robert Keil und Helin Alas, Erica Kimberly Lizzori, Maximilian Kolten, Barbora Kropáčková, Cristian Lăpuşan, Sabine Leclercq, Yutie Lee, Théo Massoulier, Rebecca Moccia, Jan Moszumanski, Charlotte Moth, Ivan Murzin, Miriam Myrstad, Vincenzo Napolitano, Marianna Pagliero, Gil Pellaton, Ivan Pérard, Ada Rączka, Marcel Rusu, Alexandra Serban, Markéta Souhradová, Lee Triming, Santiago Reyes Villaveces, Adéla Waldhauserová, Franziska Wildt.

Rahmenprogramm zur Ausstellung
Im Rahmen von ACADEMIÆ präsentieren im Südtirol Pavillon Studierende von drei Südtiroler Kunstschulen ihre Arbeiten:

Kunstgymnasium „Cademia“ St. Ulrich und Landesberufsschule für das Kunsthandwerk, Gröden
Fachschule für Steinbearbeitung, Laas
ZeLIG – Schule für Dokumentarfilm, Fernsehen und Neuen Medien, Bozen

Außerdem werden die Galerien für zeitgenössische Kunst Casciaro in Bozen, Boccanera in Trient und Ghetta in St. Ulrich einige der teilnehmenden KünstlerInnen auswählen, um ihnen 2017 eine Ausstellung zu widmen. In Zusammenarbeit mit Prof. Kuno Prey der Fakultät für Design und Künste der Unibz erarbeiten Studierende ein fotografisches Storyboard und einen Kurzfilm über den Aufbau der Ausstellung und den Tag der Eröffnung. In Zusammenarbeit mit dem Filmclub findet in der Festung Franzensfeste ein Filmabend statt (Datum und Filmauswahl werden demnächst bestätigt und mitgeteilt). Tanz Bozen zeigt im Rahmen der Eröffnung eine Performance. Für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende wird ein didaktisches Programm mit Führungen zur Ausstellung angeboten.

 

Mehr Infos unter: www.academiae.it